Momentaufnahmen eines Denkmals - erzählt von Andreas Donati




1945 - Rote Armee / Kyrillische Schriftzeichen

In den letzten Kriegstagen im Kampf um Berlin konzentrierte sich das Feindfeuer auch
auf das Reichstagsgebäude. Dieses, mittlerweile schwer befestigt wurde heftig umkämpft.

Für die Rote Armee galt das Reichstagsgebäude das Machtzentrum der Nazis und dieses
musste unbedingt erobert und wenn möglich zerstört werden. In Wahrheit hatte Adolf Hitler allerdings niemals ein ernstes Interesse an dem Wallot-Bau.

 
Stockwerk um Stockwerk wurden unter schweren Verlusten von der Roten Armee erobert und am 3.5.1945 wurde zum Zeichen des Sieges auf der Reichstags-kuppel die Rote Fahne gehisst.

Während der Kämpfe wurden
ca. 1 Millionen Geschosse und Granaten auf das Reichstagsgebäude abgefeuert, wodurch es schwer beschädigt wurde.

In den Tagen nach den Kampfhandlungen verewigten sich die russischen Soldaten mit Ihren Schriftzügen auf den Mauern und Wänden im Reichstagsgebäude.
Diese wurden mit Hilfe verkohlter Holzstücken aufgebracht.
Nach Kriegsende stand das Reichstags-gebäude dann lange Zeit unbeachtet abseits des Geschehens, bis der Platz vor dem zerstörten Reichstagsgebäudes für Kundgebungen (Bsp. Blockade Berlins) genutzt wurde.

Nach dem die Bundesregierung 1955 beschossen hatte das Gebäude wieder aufzubauen, gab es zunächst ein Testaufbau - im Jahre 1961 begann dann der Architekt Paul Baumgarten mit dem Auf- und Umbau des Reichstagsgebäudes.
Hierbei wurden viele russische Schmierereien entfernt oder durch Putz
und Verschalungen abgedeckt.

Erst beim neuerlichen Umbau durch
Sir Norman Foster 1996-1999
wurden diese bei den Entkernungs-arbeiten wiederentdeckt.


 
Kyrill. Schmiereien / © Foto 2005 Donati
© Foto 2005 Donati

Kyrill. Schmiereien / © Foto 2005 Donati
© Foto 2005 Donati

Sir Norman Foster war es auch, der sich in der Diskussion, ob die Schmierereien entfernt werden sollen oder nicht, durchsetzen konnte und so kann man heute auch diesen Teil der deutschen Geschichte im Reichstagsgebäude besichtigen.


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Quellennachweis:
- Deutscher Bundestag - CD-ROM Reichstagsgebäude
- Deutscher Bundestag - Einblicke Ausblicke